Vollständige Induktion![]()
No one believes an hypothesis except its originator, but everyone believes an experiment except the experimenter. (Anon) Obviousness is always the enemy of correctness (Bertrand Russell 1872-1970) |
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Direkter Beweis Beweis durch Widerspruch Vollständige Induktion |
Im
Schulunterricht begegnet man gewöhnlich diesen drei Beweistechniken:
Direkter Beweis, Beweis durch Widerspruch und vollständige Induktion.
Durch Umformungen und Ergänzungen beweist man z.B. - ausgehend vom
Differentialquotienten – die Produktregel für die Ableitung: (fg)‘ = f‘g +
fg‘. Der bekannte Beweis ist ein typischer Vertreter der direkten Beweise.
Einem Beispiel für einen Beweis durch Widerspruch begegnen wir beim
Nachweis, dass Wurzel aus 2 eine irrationale Zahl ist. Was man unter einer
vollständigen Induktion versteht, soll hier aufgezeigt und an
einigen Beispielen gezeigt werden |
| Peanosche Axiome | Axiome
sind Sätze, in denen sich Begriffe durch ihre Beziehung
untereinander erklären. So lassen sich die natürliche Zahlen axiomatisch
durch 5 Sätze, den sog. Peanosche Axiome erklären.
Der Nachfolger n' einer Zahl n
schriebt man häufig auch n' = n+1, womit eine Rechen-Operation, die
Addition in N eingeführt ist. n+2 wäre demnach (n+1)+1 und damit (n')'.
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| Die Idee der vollständigen Induktion | Die
Beweistechnik wird angewandt, wenn man zeigen will, dass eine Aussage A(n)
für alle natürliche Zahlen n gilt.
Man geht so vor, dass man zunächst den Nachweis führt dass A(1) wahr ist. Dies kann man häufig durch Einsetzen von n = 1 in A(n) erledigen und ist häufig aber nicht immer leicht. Diesen Schritt nennt man häufig Verankerung. Im zweiten Schritt, häufig Induktionsschluss genannt, geht man davon aus, dass A(n) wahr ist und zeigt, dass dann auch A(n+1) wahr ist. 1
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| Dominosteine |
Die
Idee der vollständigen Induktion lässt sich mit einer langen Reihe
von Dominosteinen veranschaulichen (eigentlich müssten es so viele sein,
wie es natürliche Zahlen gibt, also abzählbar unendlich viele, das lässt
sich natürlich nicht in die Realität umsetzen, weshalb wir also eine
'lange' Reihe gewählt haben). Diese Dominosteine sind so in Reih‘ und
Glied aufgestellt, dass man für jeden Stein folgendes garantieren kann:
Stößt man den ersten Stein um (Induktionsverankerung), so weiß ich, dass alle Steine fallen (Peanosche Axiome). Gelingt es aber nicht Stein Nr. 1 zum Sturz zu bringen, werden alle stehen bleiben.
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| Beispiel 1 |
Behauptung:
Für alle natürlichen Zahlen x und n
gilt die Aussage: Beweis:
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| Beispiel 2 |
Behauptung:
Wenn n eine natürliche Zahl, und 1+x >
0 ist, dann gilt die Abschätzung: Beweis:
Wo wird (1+x) > 0 vorausgesetzt?
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| Beispiel 3 |
Behauptung:
für alle n,x,y (x¹y)
aus N ist xn+1 + xny - xyn - yn+1
durch x-y teilbar Beweis:
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| Beispiel 4 |
aus der GeometrieBehauptung: dabei verstehen wir unter einer allgemeinen Position, dass
Mit Hilfe der Vollständigen Induktion beweisen wir zunächst den folgenden Hilfssatz: Durch Hinzufügen einer Geraden zu n - 1 Geraden in allgemeiner Position in der Ebene erhöht sich die Anzahl der Gebiete um n. zur Veranschaulichung:
Beweis: Es existiert genau ein Gebiet, wo
sich n-te und (n + 1)-te Gerade schneiden (Schnittpunkt P). Gerade (n + 1) addiert ein neues
Gebiet in G (schneidet es in zwei), wenn Gerade n nicht vorhanden, aber
addiert zwei neue Gebiete (schneidet G in vier Teile), wenn Gerade n
vorhanden ist. Nun kann der Satz eigentliche Satz bewiesen
werden:
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Titel: Introduction to
Algorithms Gebundene Ausgabe - 300 Seiten - Addison Wesley Erscheinungsdatum: 1. Januar 1989 ISBN: 0201120372
Für die Informatik wichtige
Algorithmen Die in diesem kurzen Abriss über die vollständige Induktion gewählten Bespiele stammen im wesentlichen aus diesem Buch.
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| Fußnoten | 1 Es werden also weder A(n) = wahr noch A(n+1) = wahr bewiesen. Es sei also vermerkt: Es gibt Fälle, in denen der Schluss von A(n) auf A(n+1) wohl gelingt, obwohl es kein n gibt, für das A(n) selbst wahr ist. |