Die laengliche Piazza Navona hat die Form bewahrt, die Kaiser Dimitian diesem auf sein Geheiss angelegten Stadion gab. Drei Brunnen in der Laengsachse gelegen, gliedern den herrlichen Platz. Der noerdliche ist modern. Sein Schoepfer tat wohl, sich an einen ueberlieferten Formenschatz zu halten, so gefaehrlich dies sonst zu sein pflegt; etwas anderes ertruege der Platz nicht. Der Suedbrunnen, beruehmt durch den ins doppelte Muschelhorn stossenden Mohren, heiter, bewegt, scheinbar muehe- und absichtslos, verraet Berninis Hand. Und nun erst der grosse Obeliskenbrunnen in der Mitte! Unerschoepflich an Arbeitskraft wie an glaenzenden, mitunter sich selbst ueberschlagenden Einfaellen, alle Kuenste einschliesslich des Theaterwesens beherrschend und mit Leidenschaft uebend, von Monarchen als ihresgleichen geehrt, so ist Lorenzo Bernini der koenigliche Kuenstler des barocken Rom gewesen. Was er auch trieb, alles hatte den Zug ins Grosse, und das naemliche laesst sich von Urban VIII. sagen, diesem Urbilde der willensmaechtigen fuerstlichen Barocknatur. Sein Guenstling, Freund, Hausgenosse war Bernini und hat ihm zu Ehren die drei Bienen des Barberiniwappens in ganzen Schwaermen ueber roemische Kirchen, Palaeste, Brunnen flattern lassen. Von Urban stammt das Wort:" Es mag ein grosses Glueck fuer den Kuenstler sein, dass Barberini Papst geworden ist, aber es ist ein noch groesseres fuer Barberini, dass Lorenzo waehrend seines Pontifikats lebt"
Hauptwerken die verfeindeten Kuenstler Bernini und Borromini. Die allegorische Figur des Rio de la Plata, soll die Arme in abwehrender Haltung hochhaltend, die Angst zum Ausdruck bringen, die Kirche koenne auf sie stuerzen. Beschwichtigend scheint die Statue der hl. Agnes an der nach innen gewoelbten Fassade von Sant'Agnese der Figur des Rio de la Plata zu versichern, dass die Kirche nicht einstuerze, so sagt man wenigstens. Ebenso munkelt man, der Flussgott Nil halte sein Haupt verhuellt, um die schreckliche Architektur Borrominis nicht sehen zu muessen. Tatsache ist aber, dass die Kirche erst nach Berninis Brunnen erbaut wurde und versoehnlicher ist die Interpretation des verhuellten Hauptes als Zeichen dafuer, dass zu Berninis Zeiten die Quellen des Nil noch nicht bekannt waren. Und vielleicht noch nachvollziehbarer, der Nil trauert um die Entfuehrung des Obelisken aus seiner Heimat Aegypten. Und die scheinbar zur Abwehr erhobenen Arme, sollten urspruenglich Wappen tragen. Die Konzeption des Brunnens stammt von Bernini selbst, waehrend die Arbeiten an den Flussfiguren von anderen Kuenstlern ausgefuehrt wurden.| 27-25 n. Chr. | Marcus Agrippa baut das erste Pantheon |
| 118 n. Chr. | Hadrian baut das zwei Pantheon |
| 609 | Papst Bonifatius IV. weiht das Pantheon zur Kirche Santa Maria ad Martyres |
| 663 | Der byzantinische Kaiser Constans II laesst die vergoldeten Dachziegel entfernen |
| 735 | Gregor III versieht das Pantheon mit einem Bleidach |
| 1305-1377 | waehrend die Paepste in Avignon weilen, dient das Pantheon als Festung und Gefluegelmarkt |
| 1600 | Urban VIII laesst die Bronze des Portikus fuer Berninis Baldachin in Sankt Peter einschmelzen |
| 1888 | Das Grabmal Koenig Viktor Emanuele II wird fertiggestellt. |
Klosters von Santa Maria sopra Minerva gefunden, weshalb die Moenche auch wuenschten, dass er auf "ihrem Platz" aufgestellt werde. Berninis urspruengliche Planung sah vor, dass der Raum unter dem Bauch des Elefanten frei bleiben sollte - dass Bernini die Gesetze der Statik voll beherrschte, bewies er bei den Hohlraumkonstruktionen des Vierfluessebrunnens auf dem Piazza Navona - ein verantwortlicher Moench traute der urspruenglichen Konstruktion nicht, deshalb musste Bernini den Raum unter dem Bauch des Elefanten massiv gestalten, kaschiert wurde der Tribut an die Inkompetenz des Moenchen mit einem Sattel auf dem Ruecken des Elefanten, der so gestaltet wurde, dass er optisch die urspruengliche Leichtigkeit des Designs wenigstens zum Teil rettete.
Piazza Navona, vier Einzelteile weiter oben in ein einziges Stueck zusammenwachsen, so bilden hier die Koepfe der vier Delphine das Postament. Auf den senkrecht erhobenen Schwaenzen tragen sie die Muschelschalen, ueber den der sitzende Triton mit dem gerade aufgerichteten Oberkoerper die schneckenhausaehnlich gebildete Muschel erhebt. Wer das anschaut geht wohlgelaunt weiter.